Kunststoffgranulat - was ist das und wofür wird es verwendet?
Zuletzt aktualisiert: 27 janvier 2026
Bei Kunststoffgranulat oder auch Kunststoffpellets handelt es sich um ein feinkörniges Ausgangsmaterial, das in der Kunststoffverarbeitung zum Einsatz kommt. Die kleinen, gleichmäßig geformten Elemente bilden den Grundstein für verschiedenste Kunststofferzeugnisse wie zum Beispiel pharmazeutische Primärpackmittel, medizinische Komponenten oder Laborartikel. Das Markenzeichen: Die Körner weisen eine definierte Geometrie auf. Ihr Durchmesser beträgt üblicherweise 2 bis 5 Millimeter, was eine optimale Rieselfähigkeit und Dosierung garantiert.
Gut zu wissen: Die sogenannte aseptische Abfüllung per Blow-Fill-Seal-Technologie (BFS) verarbeitet das Granulat im kontinuierlichen Prozess direkt zu keimfreien Behältern, die unmittelbar befüllt und hermetisch versiegelt werden – ideal für empfindliche Inhalte wie Arzneien, Lebensmittel oder Impfstoffe.
Aus den verschiedensten Arten von Kunststoff sind die Pellets zu gewinnen. Sowohl Polyethylen (PE) wie LDPE und HDPE und Polypropylen (PP) zählen zu den Standardmaterialien für BFS-Primärverpackungen.
Wie genau lassen sich die Kunststoffpellets herstellen?
Drei zentrale Schritte sind für die Kunststoffgranulatherstellung notwendig:
- Polymerisation: Zu Beginn der Herstellung findet eine chemische Synthese namens Polymerisation statt. Das Prinzip: Die kleinen einzelnen Ausgangsbestandteile verbinden sich zu langen, stabilen Polymerketten. Dieser Schritt erfolgt beim Rohstoffhersteller. Für die aseptische Abfüllung bei Rommelag wird zertifiziertes Pharma-Grade-Granulat eingesetzt, das bereits fertig granuliert angeliefert wird.
- Additivierung: Im nächsten Schritt kommt das Polymer mit sogenannten Additiven in Berührung. Hierbei handelt es sich um verschiedene Zusätze wie Farbstoffe, Weichmacher, Füllstoffe oder Stabilisatoren. Gezielt beeinflussen und verändern sie die Eigenschaften des Materials, die es für die geplante Weiterverarbeitung benötigt. Zum Beispiel: Fällt für die spätere Produktion rotes Granulat an, fügt der Hersteller dem Material bewusst roten Farbstoff hinzu, was insbesondere bei Konsumgütern der Fall ist. Die pharmazeutische Produktion allerdings, insbesondere bei aseptischen Verpackungslösungen wie bei Rommelag, minimiert den Einsatz von Additiven konsequent, um das Risiko von Migrationsstoffen (Leachables) in das Arzneimittel zu verhindern. Transparenz hat im Pharmabereich eindeutig Vorrang, um die automatisierte optische Inspektion (AOI) der befüllten Behälter prozesssicher zu ermöglichen.
- Granulierung: Als Nächstes kommt das geschmolzene Polymer in eine spezielle Düse, die es in feine, gleichmäßige Stränge unterteilt. Im Anschluss lässt der Hersteller die einzelnen Stränge gut abkühlen und schneidet sie dann in kleine Stücke. Und genau diese kleinen Stücke formen das Kunststoffgranulat, das nun beliebig in der Kunststoffverarbeitung zur Anwendung kommt.
Durch welche Eigenschaften zeichnen sich Kunststoffpellets aus?
Das Granulat definiert sich nicht nur durch seine Standardform, sondern auch durch seine standardisierte Schüttdichte und Korngrößenverteilung. Erfüllt es diese Standards, lässt es sich problemlos verwenden und verarbeiten. Doch welche Eigenschaften machten das Material in der Kunststoffbranche unverzichtbar?
- Qualitätssicherung: Die Standardproduktion des Granulats sichert eine gleichmäßige Qualität. Und je gleichmäßiger die Qualität, desto gleichmäßiger das Endprodukt.
- Hervorragende Rieselfähigkeit: Die gleichmäßige Granulatgeometrie ermöglicht eine präzise, automatisierte Dosierung und Förderung in der Extrusionseinheit.
- haltbares Produkt: In der Regel ist das Granulat lagerstabil. Je nach Polymerart muss es jedoch vor Feuchtigkeit geschützt oder vor der Verarbeitung getrocknet werden.
- Vielfalt: In den verschiedensten Bereichen hat sich das wandelbare Ausgangsmaterial bewährt – ob in der Automobilbranche, in der Elektronik, in der Baubranche oder in der Spielwarenherstellung.
Gängige Anwendungsbereiche von Kunststoffgranulat
- Extrusion: Das robuste Material eignet sich für Extrusionsprozesse. Sprich: Das erhitzte Granulat wandert durch eine Form, um Produkte wie Folien, Rohre oder Fasern herzustellen.
- Blasformen: Auch bei Hohlkörpern wie Flaschen und Behältern setzen die Hersteller häufig auf Kunststoffgranulat als Ausgangsmaterial. In der pharmazeutischen Herstellung wie bei Rommelag hat sich hier das Blow-Fill-Seal-Verfahren (BFS) durchgesetzt, wobei direkt aus dem Granulat Behältnisse entstehen. Der Vorteil: Durch die hohe Extrusionstemperatur erfährt das Material eine signifikante thermische Keimreduktion, was die Basis für die Aseptik im BFS-Verfahren bildet.
- Spritzguss: Besonders hervor tut sich das Granulat beim Spritzgießen. Hier erhitzt der Produzent das Material und presst es durch eine Form. So ergeben sich aufwendige Kunststoffteile wie Spielzeug, Gehäuse oder Autoteile.
- Additive Fertigung: Wer präzise, maßgefertigte Produkte erzeugen will, greift ebenfalls zu Kunststoffgranulat, insbesondere im 3D-Druck.
Die Vor- und Nachteile von Kunststoffpellets
Die Vorteile
Für die Kunststoffindustrie ist das vielseitige Material gleich mehrfach von Bedeutung. Es ist nicht nur einfach zu handhaben, sondern auch widerstandsfähig und haltbar. Darüber hinaus lässt sich das Granulat zu den verschiedensten Produkten verarbeiten und garantiert dank seiner standardisierten Form und Herstellung eine beständige Produktqualität.
Die Nachteile
Sowohl die lange Haltbarkeit als auch die hohe Widerstandskraft von Kunststoff sind Vor- und Nachteile zugleich. Während sich die Industrie freut, leidet die Umwelt. Bis sich das Material völlig zersetzt, vergehen nämlich meist hunderte bis tausende Jahre.
Hinzu kommt der CO2-Ausstoß bei der Herstellung des Granulats sowie die Additive. Farbstoffe, Weichmacher oder Verstärker sind zwar ein Gewinn für die Industrie, aber eine Herausforderung für die Umwelt. Umso wichtiger ist es, das Granulat nach der Nutzung nachhaltig zu recyceln.