Prozesssicherheit bei der Herstellung aseptischer Verpackungslösungen
Zuletzt aktualisiert: 27 janvier 2026
Der Begriff Prozesssicherheit bezeichnet Vorgehensweisen und Maßnahmen, die geeignet sind, sichere Produktionsprozesse zu gewährleisten. Die Gesamtheit der Verfahren garantiert sichere, zuverlässige und stabile Abläufe. Sicherheit beim Ablauf von Arbeitsvorgängen unterscheidet sich von der Anlagensicherheit. Bei letzterer geht es um das Gefahrenmanagement beim Betrieb technischer Anlagen.
Das Ziel sicherer Prozesse ist zweifach: die kompromisslose Gewährleistung der Produktqualität sowie der Schutz von Mensch und Umwelt. Als Pionier der Blow-Fill-Seal (BFS)-Technologie hat Rommelag diesen Anspruch perfektioniert. In diesem innovativen Verfahren werden Kunststoffbehälter wie Flaschen oder Ampullen unmittelbar nach der Befüllung noch in der Form thermisch versiegelt. Das Ergebnis ist eine dauerhafte Container Closure Integrity (CCI), die höchste Sicherheit in einem einzigen, geschlossenen Prozessschritt garantiert.
Aseptisches Abfüllen ist ausschlaggebend, um Flüssigkeiten vor Kontaminierung durch schädliche Keime und vor Verunreinigungen zu schützen. Der Einsatz vollautomatisierter Prozesse in bottelpack-Anlagen reduziert das Kontaminationsrisiko auf ein vernachlässigbares Maß. Sichere Prozessabläufe sind vor allem in Branchen mit hohen Sicherheitsansprüchen und komplexen Abläufen von Bedeutung. Dazu zählen die Pharma- und Chemieindustrie ebenso wie die Lebensmittelproduktion.
Prozesssicherheit basiert auf Kernaspekten wie:
- Identifizierung möglicher Gefahren
- Frühzeitige Erkennung von Risiken
- Vermeiden von Schwachstellen in Prozessen
- Implementierung definierter Verfahren und Kontrollmechanismen
Gesetzliche Grundlagen und Regelwerke
Die prozesssichere Herstellung von Arzneimitteln unterliegt strengen internationalen Regularien. Maßgeblich ist hierbei der EU-GMP-Leitfaden, insbesondere der Annex 1 für die Herstellung steriler Arzneimittel. Ergänzt wird dies durch ISO-Normen wie die ISO 14644 (Reinraumtechnik) und die ISO 13485 (Medizinprodukte). Während staatliche Gesetze wie das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) den Schutz von Mensch und Umwelt sicherstellen, garantiert die Einhaltung der GMP-Standards die Integrität und Qualität des aseptischen Endprodukts.
Risikoidentifikation und Gefahrenanalyse
Risikoidentifikation und Gefahrenanalyse sind wesentliche Voraussetzungen, die sichere Prozesse ermöglichen. In jedem Betrieb und bei jedem Arbeitsvorgang gibt es Gefahrenquellen. Die Risikoanalyse dient dem Zweck, die Eintrittswahrscheinlichkeit von Gefahren zu ermitteln und das Schadensausmaß zu bewerten. Eine Gefahr beruht immer auf einer oder mehreren Ursachen. Erkennen und Vermeiden risikoreicher Aktivitäten vermindern Risiken und erhöhen die Sicherheit. Durch kontinuierliche Überwachung kritischer Prozessparameter (CPPs) sorgt Rommelag dafür, dass Qualitätsattribute (CQAs) jederzeit erfüllt werden.
Produktionsprozesse im Unternehmen sind praxiserprobt, sicherheitsgeprüft und entsprechend zertifiziert. Von Rommelag entwickelte aseptische Abfüllmaschinen erfüllen alle von der pharmazeutischen Industrie geforderten Sicherheitsstandards. Erhöhte Hitzeeinwirkung bei herkömmlichen Prozessen ist ein solches Risiko. Die innovative coolBFS-Technologie schützt Impfstoffe und andere Produkte vor hohen Temperaturen. Kühlungsmechanismen minimieren die thermische Belastung durch gezielte Kühlung während des Füllvorgangs, um die Integrität temperaturempfindlicher Wirkstoffe zu schützen.
Was ist das Schutzebenen-Konzept?
Der Begriff Schutzebenen beschreibt Sicherheitsmaßnahmen, die aus mehreren Ebenen bestehen. Die einzelnen Bereiche sind so konzipiert, dass diese zusammenwirken und sich gegenseitig absichern. Rommelag unterstützt Kunden bei der Implementierung von Schutzschichten (LOPA) innerhalb einer übergeordneten CCS gemäß EU-GMP Annex 1. Mehrere, voneinander unabhängige Elemente sorgen dafür, dass keine Kette des Schadens entsteht. Basis-Kontrollen, Alarme und Warnungen sowie automatisierte Sicherheitssysteme verhindern, dass sich kleine Unregelmäßigkeiten zu Problemen mit schlimmen Folgen entwickeln.
Aufgaben und Funktionen des technischen und organisatorischen Sicherheitsmanagements
Ein Sicherheitsmanagement ist in allen Bereichen mit Gefährdungspotenzialen notwendig. Aufgaben und Funktionen umfassen organisatorische und technische Komponenten. Die Abwehr konkreter Gefahrenquellen wird durch gründliche Überwachung aller im Einsatz befindlichen technischen Systemen erreicht. Sorgfältige Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter helfen Fehler zu vermeiden, die auf menschlichem Verhalten beruhen.
Die Ziele des Sicherheitsmanagements sind:
- Sichere und kontrollierte Durchführung von Prozessen
- Verhinderung von Störungen und Unfällen
- Schutz von Anlagen, Mensch und Umwelt
Der von Rommelag entwickelte vollautomatisierte BFS-Prozess läuft ohne manuellen Eingriff in der kritischen Zone ab. Der Prozess erfolgt als geschlossenes System ohne menschliche Intervention in den kritischen Bereichen (Grade A). BFS-Behälter werden in einem einzigen Arbeitsvorgang geformt, befüllt und versiegelt. Beim innovativen bottelpack-Verfahren kommen Flüssigkeiten nicht mit Keimen in Kontakt. Das Kontaminationsrisiko wird dadurch signifikant reduziert. Die BFS-Technologie erlaubt eine präzise Dosierung und ermöglicht die Herstellung steriler Endprodukte ohne Konservierungsmittel.
Die Prozesssicherheit wird durch eine umfassende Validierung (IQ, OQ, PQ) objektiv nachgewiesen. Dieser Prozess belegt dokumentiert, dass die Anlage unter realen Produktionsbedingungen reproduzierbar sterile und spezifikationskonforme Ergebnisse liefert. In Kombination mit dem Engineering-Know-how des Rommelag Pharma Service (RPS) entsteht so ein Gesamtkonzept, das von der Risikoanalyse bis zur finalen Qualifizierung höchste Sicherheit bietet.